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Politisches Engagement

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Als unabhängige Organisation vertritt Alzheimer Schweiz ihre Interessen auf politischer Ebene und setzt sich für die Interessen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Gesundheits- und Sozialwesen ein. Dazu gehört, dass Erkrankte und deren Umfeld auf finanzielle, soziale und medizinische Rahmenbedingungen zählen können, die ihnen eine möglichst selbstbestimmte Alltagsgestaltung bei hoher Lebensqualität erlauben. 

Was wird aktuell auf der politischen Bühne diskutiert? Welche Trends zeichnen sich ab? Bleiben Sie auf dem Laufenden. 
 

Wie viel und welche Betreuung Demenzerkrankte benötigen, hängt von der Erkrankung und deren Verlauf ab. In einem frühen bis mittleren Stadium der Erkrankung steht die Betreuung im Vordergrund. Gleich wie die Pflege zählt auch die Betreuung zum Grundbedarf einer Person mit Demenz. Die Betreuungskosten müssen deshalb analog der Pflegekosten im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung abgegolten werden. Demenzzuschläge, d.h. zusätzliche Kosten, die den demenzkranken Heimbewohnerinnen und -bewohnern allein aufgrund ihrer Erkrankung verrechnet Kwerden, sind nicht zulässig und schaffen Versorgungsungleichheit. 

Demenz verursacht jährlich 11,8 Milliarden Franken direkte (Spital- oder Heimaufenthalt, Spitex, Diagnose, Arztbesuche, Medikamente) und indirekte Kosten laut der «Alzheimer Schweiz Demenzkostenstudie 2019». Die indirekten Kosten von 5.5 Mrd. tragen die Angehörigen, die selbst viel unbezahlte Arbeit leisten. 

Gemeinsam mit Patientenorganisationen und Leistungserbringern engagiert sich Alzheimer Schweiz in der Interessengemeinschaft Pflegefinanzierung für eine faire und nachhaltige Pflege-finanzierung.

Pflegende Angehörige übernehmen viel Pflege- und Betreuungsaufgaben. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, dass die Gesundheitskosten nicht noch stärker steigen. Jemanden rund um die Uhr zu pflegen und zu betreuen, ist anstrengend. Angehörige geraten oft an ihre Belastungsgrenze. Zu ihrer Entlastung und damit sich der Alltag besser meistern lässt, sind geeignete Angebote für Demenzerkrankte wie Tageszentren und Nachtbetreuung nötig. Ebenso benötigen Angehörige Unterstützung wie kundennahe Beratungen, Erholungsmöglichkeiten oder auch Angebote zum «Selbstmanagement und Selbstpflege». Die Bedeutung der Angehörigen bei der täglichen Betreuung der Kranken wird nach wie vor unterschätzt. Es braucht eine bessere Unterstützung der Angehörigen. 

Alzheimer Schweiz engagiert sich in der Interessengemeinschaft für Angehörigenbetreuung (IGAB) für die Anliegen von pflegenden und betreuenden Angehörigen, die sich um Demenzkranke kümmern. 

Alzheimer Schweiz engagiert sich für eine frühe Abklärung und Diagnostik, damit die Demenzbetroffenen und ihre Angehörigen so rasch als möglich kompetent und zuverlässig betreut und begleitet werden können. Therapien im Frühstadium haben den Vorteil, dass sie die Symptome lindern, das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können und es den Betroffenen erlauben, länger ihre Autonomie zu bewahren. Eine rasche Behandlung trägt ausserdem dazu bei, die Aufgaben der Angehörigen zu erleichtern und Überforderung oder Folgekrankheiten zu vermeiden. Wichtig für einen möglichst guten Umgang mit der Krankheit sind auch Information und Beratung durch kompetente Fachpersonen. Erkrankte und ihre Angehörigen benötigen eine Beratung, welche zu den Grundlistungen der Krankenpflegeversicherung zählen muss. Mit einer Demenzdiagnose muss ein spezifischer Umfang von über die Krankenkasse bezahlte Beratung- und Unterstützungsleistungen für Erkrankte und ihre Angehörigen zur Verfügung stehen. Dieses Angebot sollte ab Diagnosestellung für die Betroffenen (Kranke und Angehörige) zur Verfügung stehen und als demenzbedingter Bedarf von der Krankenkasse bezahlt sein. 

Über 7000 Menschen unter 65 Jahren sind in der Schweiz an Demenz erkrankt. Für sie fehlen geeignete Unterstützungsangebote. Oft sind sie noch in sehr guter körperlicher Verfassung und passen nicht in eine Tagesstruktur für ältere Demenzerkrankte. Dass auch jüngere Menschen im erwerbsfähigen Alter an Demenz erkranken können, ist noch wenig bekannt, weder bei Ärzten noch in der Öffentlichkeit oder bei Politikern. Es braucht eine bessere Sensibilisierung für die Anliegen der jung an Demenz erkrankten Menschen. Um die Finanzierung entsprechender Angebote zu sichern, sind geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. 

21. Januar 2021Aktualisierung der Richtlinien zu Triageentscheidungen bei Überlastung der Intensivstationen PDF Download
23. November 2020Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit DemenzPDF Download
24. Juni 2020Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen - Menschen mit Demenz haben besondere BedürfnissePDF Download
September 2019Demenzmanifest der BetroffenenPDF Download
16. Mai 2019Stellungnahme zur Evaluation der Nationalen Demenstrategie 2014-2019PDF Download
22. Januar 2019Brief an die Kommission des Nationalrats: Ungerechte Kürzung der Ergänzungsleistungen geht nichtPDF Download
26. November 2018Brief an den Nationalrat: Keine Erhöhung der Franchisen zum Nachteil der Patientinnen und PatientenPDF Download
30. Oktober 2018Stellungnahme zum Bundesgesetz über die Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und AngehörigenpflegePDF Download
11. Juni 2018Brief an den Nationalrat zur Motion Frehner: Keine Prämienerhöhungen für PräventionsprogrammePDF Download
22. Februar 2018Brief an den Nationalrat: Bundesgesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG)PDF Download
16. Januar 2018Positionspapier: Sterbewünsche von Menschen mit DemenzPDF Download
15. Juni 2017Positionspapier: Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung: Vernehmlassungsverfahren zum bundesrätlichen ÄnderungsvorschlagPDF Download
9. März 2017Positionspapier: Freiheitsbeschränkende Massnahmen von HeimbewohnernPDF Download
23. Juni 2016Positionspapier: Prämienbeitragserhöhung für die allgemeine KrankheitsverhütungPDF Download

Die 2019 gebildete politische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, den Forderungen von Alzheimer Schweiz auf Ebene der Eidgenössischen Räte Gehör zu verschaffen und Themen wie die Finanzierung der Pflege oder die Verbesserung der Massnahmen zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen voranzubringen. 
Die Kommission setzt sich zusammen aus:

  • Dr. iur. Catherine Gasser, Zentralpräsidentin
  • Dr. sc. techn. Jérôme Cosandey, Mitglied des Zentralvorstandes
  • Dr. phil. Stefanie Becker, Geschäftsleiterin 
  • Jean-Damien Meyer, Beauftragter Public Affairs und Recht