Mit 520 Teilnehmenden und 11 Referent*innen konnte die hybrid stattfindende zweite Nationale Demenzkonferenz am 28. April 2022 erneut überzeugen. Die Teilnehmenden waren aus der Schweiz und dem nahen Ausland entweder online zugeschaltet oder live im Hotel Kreuz mit an der eintägigen Veranstaltung zum Thema «Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen» dabei.

Die Konferenz startete mit einem kurzen Filmbeitrag eines jung betroffenen Ehepaars über den Weg zur und dem Umgang mit der Diagnose Alzheimer. Beide Betroffene, der jung erkrankte S. Müller und seine Ehepartnerin N. Haldemann, konnten im Film zeigen, wie die frühzeitige Diagnose ihnen zuerst den Boden unter den Füssen wegriss, dann aber ermöglichte, ihr Leben auf positive Weise neu zu gestalten.

Darauf folgten acht kurze Referate, die den Fragen nachgingen, mit welchen Methoden Demenzerkrankungen frühzeitig erkannt sowie nach welchen Kriterien diagnostiziert und wie Betroffene im Umgang mit den neuen Lebensumständen begleitet werden können. Es wurden die bestehenden Möglichkeiten zur präzisen Diagnosestellung, aber auch die bestehenden Schwierigkeiten in der Abgrenzung der Krankheiten von anderen thematisiert. Wie wichtig für die Betroffenen eine kompetente Gesprächsführung zur Vermittlung der Diagnose sein kann, wurde in einem weiteren Vortrag hervorgehoben.

Weiter kam im Verlauf des Tages zur Sprache, wie wertvoll die interprofessionelle Zusammenarbeit in Netzwerken von Leistungserbringern für eine frühzeitige und korrekte Diagnosestellung sowie die Begleitung von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen ist. Thematisiert wurden auch die Angehörigen, welche oftmals den Anstoss zur medizinischen Abklärung geben und eine entscheidende Rolle in der frühzeitigen Erkennung einer Demenz haben. Auch eine niederschwellige Aufklärung der breiten Öffentlichkeit, wurde als Lösungsansatz zur Förderung rechtzeitiger Diagnosen und zur besseren Erreichbarkeit vulnerabler Gruppen genannt.  

Den Abschluss machten zwei Referate und eine Podiumsdiskussion zu den neusten medizinischen Möglichkeiten zur Erkennung von dementiellen Erkrankungen kurz nach oder bereits vor dem Auftreten erster Symptome und den damit einhergehenden ethischen Bedenken. Dabei wurde betont, dass der Zeitpunkt einer Diagnosestellung den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen angepasst werden sollte.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für das grosse und zahlreiche Interesse sowie den Referent*innen für die spannenden Präsentationen und Impulse in den Diskussionen.

Die nächste Demenzkonferenz findet am 11. Mai 2023 statt. Weitere Informationen folgen in Kürze auf www.demenz-konferenz.ch.