Sie und eine demenzbetroffene Person in Ihrem Umfeld möchten sich gegen Covid 19 lassen. Wie lassen sich die beiden Impftermine für die an Demenz erkrankte Person und Sie als Begleitperson möglichst stressfrei gestalten?

Vor dem Termin

  • Prüfen Sie, ob die zu impfende Person gesund ist. Messen Sie zuhause Fieber. Falls die Person gesundheitlich angeschlagen ist, lassen Sie sich sicherheitshalber einen neuen Termin geben und melden es sofort Ihrem Hausarzt. Eine Impfung soll stets an gesunden Personen vorgenommen werden. Den Stress, ohne Impfung eventuell vom Impfzentrum oder der Arztpraxis wieder heimgeschickt zu werden, kann man damit vermeiden.
  • Packen Sie etwas Vertrautes ein, das die demenzerkrankte Person halten kann, sie beruhigt, und Sicherheit vermittelt.
  • Eine an Demenz erkrankte Person soll immer in Begleitung zum Termin erscheinen. Oft müssen weitere Details geklärt werden, zu zweit lassen sich Missverständnisse vermeiden.
  • Nehmen Sie die Alzheimer Schweiz Maskenkarte mit, falls im Wartebereich Erklärung nötig wird.

Beim Termin

  • Informieren Sie das Personal, warum Ihre Begleitung keine Maske trägt oder nicht korrekt, bzw. diese von Zeit zu Zeit herunterzieht.
  • Bitten Sie das Personal, Wartezeiten zu vermeiden. An Demenz Erkrankte verstehen nicht, wenn sie warten müssen und gehen unter Umständen einfach weg.
  • Lassen Sie die an Demenz erkrankte Person zuerst impfen (wenn mehr als eine Person aus Ihrer Familie geimpft werden).
  • Bleiben Sie stets in der Nähe des*der Impfkandidaten*in, Sie sind die emotionale Bezugsperson.
  • Halten Sie während des Impfens die Hand des*der Demenzerkrankten und lenken Sie die Aufmerksamkeit auf etwas Angenehmes.
  • Bleiben Sie ruhig, auch wenn der Impfkandidat*in eventuell eine heftige Reaktion auf den «Impfstupf» zeigt. Vermitteln Sie ihr oder ihm Sicherheit.
  • Wenn Sie Unruhe bei der zu impfenden Person bemerken, erzählen Sie etwas von früher oder spielen Sie z.B. die Lieblingsmusik ab. Oft hilft auch ein Stück Schokolade oder eine Frucht. Kurz gesagt: Nehmen Sie etwas mit, das die Person schon immer besonders gern mochte oder sie stets beruhigt.
  • Die zu impfende Person oder der Beistand hat die Impfeinwilligung unterschrieben. Jedoch: Setzt sich jemand zur Wehr, wird nicht geimpft.
  • Richten Sie sich darauf ein, nach der Impfung einige Minuten warten zu müssen. Eine allfällige (allergische) Reaktion soll damit ausgeschlossen sein. Erneut: An Demenz erkrankte Menschen verstehen oft nicht, warum sie warten müssen und gehen einfach weg.

Nach dem Termin

  • Auch falls Ihr Gegenüber aufbrechen möchte: Vergessen Sie nicht, den zweiten Termin rück zu bestätigen.
  • Beobachten Sie die geimpfte Person die ersten 24 Stunden nach dem Termin aufmerksam und melden Sie dem Arzt, wenn Sie Unregelmässigkeiten seines Zustands entdecken.

Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen? Das Alzheimer-Telefon (058 058 80 00) oder Ihre gewohnte Sektion steht Ihnen gerne zur Verfügung.