Die Mehrheit der Menschen in der Schweiz stirbt, ohne den Nachlass geregelt zu haben. Das bestätigt eine Erhebung des Verbands Swissfundraising zum Spendenjahr 2020. Knapp 20 Prozent von 1200 befragten Personen gaben an, sie hätten ein Testament oder einen Erbvertrag erstellt. Zum Vergleich: In Deutschland gaben 2018 knapp 40 Prozent an, ein Testament erstellt zu haben. Warum der tiefe Wert in der Schweiz? Fachleute sehen das hiesige Erbrecht als Hauptgrund. Die Familie ist durch Pflichtteile vergleichsweise stark geschützt. Viele nehmen daher an, die gesetzlichen Regelungen reichten aus.

Doch meist ist ein Testament trotzdem ratsam, und neben den Pflichtteilen besteht Gestaltungsspielraum, wie Evelyne Hug von Alzheimer Schweiz erläutert (siehe Interview). Hierzulande wird mehrheitlich kein letzter Wille niedergeschrieben, was auch mit kulturellen Faktoren zusammenhängt: Über Geld spricht man in der Schweiz einfach nicht so gern. Und zum Tabu Geld kommt das Thema Tod, das häufig verdrängt wird.