Eine Demenzdiagnose bringt Unsicherheit, Fragen und manchmal auch Angst mit sich. Was sie mir jedoch nicht genommen hat, ist mein Wunsch nach Selbstbestimmung. Auch als an Demenz erkrankte Person möchte ich Verantwortung übernehmen: für mein Leben und für meine Zukunft. Solange ich kann, will ich mitgestalten. Darum habe ich einen Ordner angelegt. Ich nenne ihn meinen «roten Ordner». Rot, weil diese Farbe für mich für Leben, Wärme und Persönlichkeit steht. Dieser Ordner ist mein ganz persönliches Plädoyer für eigenverantwortliche Vorsorge.
Mehr als nur Administration
Natürlich enthält mein Ordner praktische Informationen: welche (Outdoor-)Aktivitäten mir Freude bereiten, wer meine wichtigsten Bezugspersonen sind, welche Institutionen oder Fachpersonen involviert sind – mit Namen und Telefonnummern.
Auch administrative Dinge gehören dazu: Banken, Versicherungen, Mietverträge oder wichtige Vertragsnummern und Ansprechpersonen. Alles, was später hilfreich sein kann. Je klarer diese Informationen festgehalten sind, desto weniger Belastung entsteht für die Menschen, die mich begleiten. Doch der rote Ordner ist mehr als eine Sammlung von Daten. Er ist ein Stück meiner Identität.
Erinnerungen als Brücken
Wenn das Gedächtnis nachlässt, helfen mir und anderen Stichworte. Darum halte ich besondere Stationen meines Lebens fest. Lehrer, die mich geprägt haben. Erlebnisse aus der Kindheit. Anekdoten, die meine Persönlichkeit geformt haben.
Kommunikation auf Augenhöhe
Ein weiterer Teil meines Ordners widmet sich der Frage: Wie möchte ich angesprochen werden? Ich wünsche mir eine Kommunikation von Erwachsenem zu Erwachsenem. Kein «Das hast du schon gesagt».


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