Zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit stehen verschiedene nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Kognitives Training kann beispielsweise dazu beitragen, dem kognitiven Abbau bei einer Alzheimer-Krankheit entgegenzuwirken. Dank neuer Entwicklungen lassen sich solche Gehirntrainings auch zu Hause anwenden. Dies ermöglicht nicht nur eine höhere Behandlungsfrequenz, sondern kann langfristig auch die Gesundheitskosten senken. Damit solche Anwendungen jedoch von Menschen mit Demenz eigenständig benutzt werden können, müssen diese besonders einfach sein. Vor diesem Hintergrund verfolgt Forschungsleiterin PD Dr. Anna-Katharine Brem von der Universitätsklinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie der Universität Bern das Ziel, eine entsprechende App weiterzuentwickeln und zu erforschen.
Das Forschungsteam vereinfacht ein bereits vorhandenes App-basiertes Training und richtet es gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen aus. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird die App optimiert und ihre Anwendbarkeit laufend getestet. Lässt sie sich einfach bedienen? Bewährt sie sich im Alltag? Machen die Spiele den Nutzerinnen und Nutzern Spass und haben sie den Eindruck, dass ihre kognitiven Funktionen damit angeregt werden? Zusätzlich beobachtet das Team, wie viel Unterstützung die Teilnehmenden brauchen und welche Rolle Stimmung, Motivation und Wohlbefinden spielen.
Anwendungstests
An der Studie nehmen insgesamt 36 Personen teil: zwölf ältere Teilnehmende ohne kognitive Einschränkungen, zwölf Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen und zwölf Personen mit einer Alzheimer-Erkrankung. Zusätzlich werden die Teilnehmenden von Angehörigen oder Pflegepersonal begleitet. Um die Nutzbarkeit der App in verschiedenen Settings zu untersuchen, werden sowohl zu Hause lebende Personen als auch Pflegeheimbewohnende einbezogen. Die Teilnehmenden testen die App auf einem Tablet und geben in Fragebögen sowie Fokusgruppen Rückmeldung zu ihren Erfahrungen mit den verschiedenen Spielen. Diese Rückmeldungen dienen dazu, die App gezielt weiterzuentwickeln.
App ist beliebt
Die ersten Auswertungen zeigen: Die Teilnehmenden nutzen die Spiele regelmässig. Die Rückmeldungen zur App waren dabei unabhängig von der technischen Erfahrung der Nutzenden – ein Hinweis auf eine gute Benutzerfreundlichkeit. Gleichzeitig zeigte sich, dass Zeitdruck oder ein zu hohes Spieltempo frustrierend wirken können.
Das Projekt befindet sich noch in der Auswertung. Die abschliessenden Resultate folgen 2026 über unsere Kommunikationskanäle. Ziel ist es, die App anschliessend in einer Langzeitstudie auf ihre Wirksamkeit zu untersuchen und sie danach in verschiedenen Sprachen verfügbar zu machen, damit möglichst viele Menschen mit kognitiven Einschränkungen davon profitieren können.


Kommentare
Kurt Koster
2026-04-22Jessica Jacobs
2026-04-27Renate Joham-Fritz
2026-04-22Jessica Jacobs
2026-04-27Karin Gäumann-Felix / Curienta Pflegewissen für Angehörige
2026-05-26Gezieltes kognitives Training kann sowohl die an Demenz erkrankten Menschen unterstützen, aber auch die Angehörigen entlasten.
Freue mich auf die Resultate :)
Anna-Katharine Brem
2026-06-10Isabelle Möri
2026-05-26Anna-Katharine Brem
2026-06-10Marie Courazier
2026-05-27Alzheimer Suisse
2026-06-04