Menschen mit Demenz sind im Verlauf ihrer Erkrankung immer mehr auf Unterstützung angewiesen. Alltägliche Abläufe, wie die Kaffeemaschine bedienen, den Pullover richtig anziehen oder die Schuhe schnüren, gelingen nicht mehr ohne Hilfe. Als langjähriger Hausarzt und Professor am Institut für Hausarztmedizin der Universität und des Universitätsspitals Zürich weiss Dr. med. Stefan Neuner-Jehle, dass eine Demenzerkrankung auch für Angehörige belastend ist: «Der Leidensdruck ist gross, und häufig sind sowohl Erkrankte als auch Angehörige mit der Situation überfordert.»
 

Angehörige nehmen Schlüsselrolle ein
Im Verlauf der Erkrankung sind Angehörige neben den gewohnten Aufgaben auch immer mehr gefragt, betreuende und pflegerische Aufgaben zu übernehmen. In der Begleitung von Demenzerkrankten nehmen sie eine Schlüsselrolle ein: Sie kennen die erkrankte Person mit ihren Bedürfnissen und Unsicherheiten, organisieren und unterstützen den Alltag und sind damit ein zentraler Anker für den Menschen mit Demenz. «Die vielen Aufgaben und auch der Anspruch, für seinen Liebsten alles jederzeit richtig zu machen, führt jedoch zu einer enormen Belastung der Angehörigen», erklärt Neuner-Jehle.