Seit 2023 hat Alzheimer Glarus die Aktivitäten kontinuierlich ausgebaut. Die Beratung, das «Kaffi TrotzDem», eine Austauschgruppe für Angehörige und der Kurs «Gut leben mit Demenz», dessen Teilnahme der Kanton Glarus finanziell unterstützt, haben sich seither als Angebote etabliert. Die diplomierte Pflegefachfrau und Care-Managerin Sabine Steinmann setzt als Geschäftsleiterin konsequent auch auf Öffentlichkeitsarbeit und hat die Demenzfachstelle Alzheimer Glarus breit bekannt gemacht. So besuchten beispielsweise 120 Personen den ersten «DemenzAbend», an dem auch eine Angehörige über ihre Erfahrungen berichtete und der Gelegenheit bot, neben den Angeboten von Alzheimer Glarus auch solche anderer Organisationen kennenzulernen.


Gemeinsam für Demenzbetroffene

Die Anfragen für Beratungen nehmen stetig zu. Je nach Situation finden diese bei Alzheimer Glarus statt oder Sabine Steinmann besucht die Anfragenden auch zu Hause. «Die Angehörigen sind die engsten Vertrauten von Menschen mit Demenz und deshalb die wichtigsten Auskunftspersonen», betont sie. Gemeinsam mit ihnen klärt sie die Situation. Manchmal reiche vorerst eine einmalige Beratung, manchmal gelte es aber auch, ein Unterstützungsnetz aufzubauen. Dann ist die Koordination Gesundheit (KOGE) oft ein wichtiger Partner für die Zusammenarbeit. Als kantonale Beratungsstelle für alle Fragen rund um die Gesundheit, insbesondere für ambulante Lebenssituationen, informiert sie über Angebote, klärt den Unterstützungsbedarf und übernimmt je nach Fragestellung auch das Case Management. 


Das Zusammenspiel mit ihr und den weiteren kantonalen Partnern funktioniere ausgezeichnet. «Durch ein fallbezogenes Schnittstellenmanagement bringen wir jeweils unsere spezifischen Kompetenzen ein, denn eine Demenzerkrankung braucht uns alle», sagt Sabine Steinmann. Steht bei einer Anfrage eine Demenzerkrankung im Vordergrund, übernimmt Alzheimer Glarus die Fallführung und zieht die benötigten Netzwerkpartner situativ bei. «Da ich früher bei der Spitex gearbeitet habe und danach bei der KOGE, bin ich bei den Fachpersonen gut bekannt», so Sabine Steinmann. Oft melden sich deshalb auch Ärztinnen und Ärzte sowie die Spitex bei Sabine Steinmann, wenn eine demenzielle Erkrankung im Vordergrund steht. 


Kanton Glarus unterstützt pflegende Angehörige

Man kennt sich im Kanton Glarus. Das hat Vorteile, kann aber auch schwierig sein. «Demenz ist leider immer noch schambehaftet. Weil jeder jeden kennt, scheuen sich Betroffene oft, ihr Umfeld über die Erkrankung zu informieren», berichtet Sabine Steinmann. Deshalb sei es wichtig, die Bevölkerung immer wieder für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Im Kanton Glarus leben rund 780 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Oft sind es die Angehörigen, welche die Betreuung und Pflege übernehmen. «Als Glarnerin bin ich stolz, dass der Kanton diese Arbeit wertschätzt und finanziell unterstützt», erklärt Sabine Steinmann. Angehörige, die täglich mindestens eine Stunde Betreuungs- und/oder Pflegeaufgaben übernehmen, erhalten vom Kanton Glarus eine monatliche Anerkennung von 500 Franken. Dies sei ein wichtiges Zeichen für Angehörige, die oft über Jahre hinweg vielfältige Betreuungs- und Pflegeaufgaben übernehmen. 


Mehr zu Alzheimer Glarus: alz.ch/gl
 


 

Mehr zum Anerkennungsbeitrag für betreuende Bezugspersonen: 

Fachstelle Pflege und Betreuung Kanton Glarus, Tel. 055 646 76 00 oder hier direkt zur Website gehen.