Ich lebe seit dem Frühling 2024 allein in einer von 40 Alterswohnungen in Thun. Das gemeinsame Mittagessen schätze ich sehr. Und gut zu wissen, dass es die Möglichkeit von Dienstleistungen im Hause z.B. der Spitex gibt. Ich hatte die Möglichkeit mich hier in der Stadt gut einzuleben und finde mich deshalb gut zu recht. Ich hoffe, dass mir die Orientierung noch lange erhalten bleibt. 

Mir fällt auf, dass obwohl ich meine Erkrankung kommuniziert habe, mich kaum jemand darauf anspricht. Mit einer Magenerkrankung wäre das mit grosser Wahrscheinlichkeit anders. Zum Beispiel: Wie geht es dir? Magst du essen? Hast du Schmerzen?  Ich werde nie nach meinem Befinden gefragt. Wenn ich es selbst anspreche, bemerke ich das Unbehagen meines Gegenübers. ‘Also ich merke gar nichts bei dir.’ Thema beendet. Es ist meinen Mitmenschen unangenehm. Sogar meinem Freund fällt nichts auf. Weshalb reagieren meine Mitmenschen hilflos auf die Diagnose Demenz bzw. Alzheimer. Wie kann ich als betroffene Person helfen, Barrieren abzubauen? Dabei frage ich öfters mal das Gleiche, vergesse das Datum oder den Wochentag, muss dauernd in meinen Kalender schauen, was als nächstes ansteht. Auf die Frage “weisst du noch in den Ferien vor zwei Wochen …”, da ist es Glücksache, wenn ich mich nach grösserer Anstrengung an das erinnere, worauf sich die Frage bezieht. Alte Geschichten von früher sind hingegen noch sehr präsent. 

Noch geht es mir ‘gut’. Ich finde (meistens) die Worte, kann mir noch vieles merken. Da frage ich mich manchmal, weshalb bleibt das eine und etwas anderes geht verloren. Wer macht im Unterbewusstsein die Triage von Wichtig und Unwichtig?