Trotz jahrzehntelanger weltweiter Forschung an Wirkstoffen zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit ist es bislang nicht gelungen, die Krankheit zu heilen oder den Krankheitsverlauf aufzuhalten. Doch seit kurzem stehen nun Medikamente wie Lecanemab und Donanemab zur Verfügung. Sie zielen darauf, die Ursachen der Alzheimer-Krankheit direkt anzugehen und dadurch das Fortschreiten einer Erkrankung zu verzögern.
Aktuell ist Donanemab (Medikamentenname Kisunla) von Eli Lilly in der Schweiz zugelassen. Bei Lecanemab haben die Hersteller Eisai und Biogen die Zulassung für die Schweiz aufgrund von zu strikten Zulassungsbedingungen zurückgezogen. Alle diese Wirkstoffe, auch monoklonale Antikörper genannt, haben das Ziel, schädlicheEiweissablagerungen im Gehirn zu eliminieren. Diese Ablagerungen, die auch Amyloid-Plaques genannt werden, sind krankhafte Eiweissansammlungen zwischen den Nervenzellen. Sie gelten als mögliche Ursache für die Alzheimer-Krankheit.
Phase III-Studien: Untersuchung der Wirksamkeit
Seit letztem Herbst wird die Wirksamkeit des Wirkstoffes in sogenannten Phase-III-Studie untersucht. Solche Studien sind massgeblich, da Sie als Entscheidungsbasis für die Zulassung gelten. Die Ergebnisse werden 2028 erwartet.
Rasche Wirkung – tieferes Risiko
In den bisherigen Studien zeigte der Wirkstoff eine gute Verträglichkeit: Nur bei etwa 5 % der Teilnehmenden kam es zu sogenannten ARIAs, davon waren die meisten leicht. ARIA (Amyloid-Related Imaging Abnormalities) sind dabei Veränderungen im Gehirn, welche bei bildgebenden Verfahren sichtbar werden. Sie können meist ohne Symptome auftreten, aber wenn sie bemerkbar sind, zeigen sich häufig Kopfschmerzen, Verwirrung, Übelkeit, Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme. Besonders vielversprechend bei diesem Medikament ist, dass in der Phase-II-Studie nach 28 Wochen bei 91 % der Personen kein schädliches Amyloid mehr nachweisbar war. Dies sind genau jene Eiweissablagerungen, die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Abzuklären ist, ob sich diese Verringerung schädlicher Eiweissablagerungen im Gehirn auch im Alltag der Erkrankten bemerkbar macht.
Die rasche Wirkung bei verringertem Risiko hängt mit einer Innovation zusammen: Roche benutzt die Brain-Shuttle-Technologie. Dabei wird, ein gegen Amyloid-β gerichteter monoklonaler Antikörper mit einem speziellen Transportsystem kombiniert. Dadurch überwindet Trontinemab die Blut-Hirn-Schranke und mehr des Wirkstoffes gelangt ins Gehirn.
Wann kommt die Zulassung?
Weitere Studien und eine Veröffentlichung der Ergebnisse in Fachzeitschriften stehen aber noch aus. 2028 sollten die Resultate der Phase-III-Studie vorliegen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch nicht gesagt, werden ob und wann das Medikament in der Schweiz verfügbar sein wird. Schon jetzt ist der ebenfalls von Roche entwickelte blutbasierte Biomarkertest Elecsys pTau217 zur Erkennung von Alzheimer in der Schweiz zugelassen.
Stand: August 2026
Quellen
Roche. (2025, Juli 28). Roche presents novel therapeutic and diagnostic advancements in Alzheimer’s at AD/PD 2025





