Als die Vergesslichkeit spürbarer wurde, habe ich angefangen, mir Namen und Telefonnummern aufzuschreiben. Zuerst auf kleine Zettel. Viele kleine Zettel. Leider waren sie oft genauso schnell wieder verschwunden, wie meine Erinnerung an das, was draufstand.
 

Heute nutze ich ein Ringheft – praktisch und von beiden Seiten nutzbar. Im vorderen Innendeckel stehen Namen von Menschen aus meinem direkten Umfeld, die mir im Alltag begegnen:

Beispiel – in meinem Wohnhaus: – Claudia, wohnt hier, 3. Etage, im Rollstuhl – Eva, Hundehüterin aus Thun, arbeitet im Inselspital – Susanna, unsere Putzfrau im Haus – Nathalie, die junge Serviertochter im Restaurant – Margrit, Henne und Rösli vom Mittagstisch – Christine und Sepp vom Zvieri-Tisch.

Ausserdem schreibe ich mir jede Frage oder Vergesslichkeit auf, die mir wichtig erscheint – direkt ins Heft. Die Antwort kommt gleich daneben, in einer anderen Farbe. Wenn ich im Moment keine Antwort weiss, notiere ich die Frage trotzdem – und trage die Lösung später nach. Oder ich frage jemanden um Hilfe.

Ein paar Einträge aus meinem Heft: – Wie mache ich im WhatsApp einen Status? → Unter ‚Aktuelles‘, ‚ein Status‘, Foto einfügen – Wo schalte ich den Computer ein →Icon Oberhalb der Tastatur links – Wie heisst das Programm, mit dem ich mein Budget überwache? → Excel – Wie füge ich im Mail einen Anhang ein? → Unterhalb vom Betreff, „Anhang +“ – Wie komme ich zur Bank-Webseite? → Im Browser ist das Bank-Icon gespeichert – Reihenfolge beim Hemdenbügeln? → Kragen, Ärmel, Vorderseiten, Rücken – Wie multipliziere ich in Excel? → =5*5, geteilt = 20/5.

Hinten im Heft: eine Liste meiner Herzensmenschen mit Telefonnummern. Falls ich einmal mein Handy verlege. Oder es einfach nicht mehr funktioniert.

Wenn Orientierung verloren geht

In meiner kleinen Welt finde ich mich gut zurecht. Noch. Aber die Vorstellung, in der Stadt plötzlich nicht mehr zu wissen, wo ich bin – das macht mir Angst. Was, wenn ich mit meinem Hund irgendwo stehe und nicht mehr weiss, wie ich nach Hause komme?

Ich habe mir diese Frage ganz ehrlich gestellt. Und ich habe nach Antworten gesucht. Recherchiert, ausprobiert, Lösungen gefunden – für den Fall der Fälle.