Das Jahr 2020 war noch ganz jung, als ich mit meinem Race-Snowboard auf den Pisten von Saas-Fee liegen geblieben bin. Was damals genau passiert ist, blieb und bleibt leider bis heute unbekannt. Meine Mannen und ich hatten uns für einen ganz kurzen Moment getrennt, die beiden zum «Schänzeln» ein paar Meter abseits der Piste, während ich meine Kurven weiter durch den griffig kühlen Schnee auf dem Pistenrücken talwärts zog.
Als sich mein Bewusstsein wieder schärfte, wartete ich in einem Rettungsschlitten fixiert auf die Ankunft der Ambulanz, flankiert vom Rettungssanitäter und meinen Mannen.
Zwischen meinen in den Schnee gezogenen Kurven und dem eher surealen Gefühl, auf dem Schlitten fixiert zu sein, sind wohl irgendwo um die 30 Minuten meiner Lebenszeit verloren gegangen. Da waren keinerlei Erinnerungen an diese zuvor auf der Skipiste verlorenen Minuten. Warum ich auf der Piste gelegen habe, konnte mir leider keiner der Anwesenden erklären. Scheinbar wurde ich zuvor von einer Frauengruppe «gerettet», von welcher mich eine MPA die ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsschlittens betreute, und mich befragte, wohl im Versuch etwas vom vorherigen Geschehen aus mir hervorzuholen. Ich sprach scheinbar mehr oder weniger ausführlich mit der Frau.
Beim Arzt angekommen, wurde ich in einem separaten Untersuchungszimmer umgebettet, wo ich danach wieder weggedöst bin. Erst als dann nach einiger Zeit auch mein Ehemann und Sohn in der Arztpraxis eintrafen, hatte ich längere Wachphasen. Ich durfte dabei auch einen kurzen Moment aufstehen und ein paar Schritte durchs Zimmer laufen. Letztlich wurde dann der Unfall so aufgenommen, wie dies die Umstände inkl. der unbekannte Ablauf zugelassen haben. Zu guter Letzt wurde ich dann vom Arzt mit Schmerzmitteln ausgerüstet und danach grundsätzlich auf meine eigenen Füsse gestellt «nach Hause», also in die Ferienwohnung entlassen. Der mir mitgegebene Auftrag für die kommenden Tage lautete möglichst viel zu liegen und zu schlafen, Meine Männer sollten ihre Aufmerksamkeit auf meinen Schnauf lenken.
Meine Skiferienwoche fanden so bereits am ersten Tag ein unerwartet schnelles Ende. Das Ereignis liess sich jedoch nie (er)klären und beschäftigte mich fortlaufend mit ganz vielen «warum», verlor aber über die Jahre immer ein wenig mehr an Bedeutung, um mich zusammen mit meinem Mann dann rund 4.5 Jahre später wieder mit voller Wucht einzuholen.



