Diesen ersten Schock mussten wir vorerst einmal selbst verdauen und so strichen einige Tage ins Land, bis wir darüber sprechen konnten . Noch fliessen die Gedanken und die Worte ja, trotzdem aber reagierten viele Personen in unserem Umfeld mit Ungläubigkeit. Sehr oft wurde bekundet , dass ich doch noch viel zu jung für eine solche Diagnose sei.
Und oftmals fehlten halt die Worte des Gegenübers fast gänzlich, aus Überforderung, oder weil einem nicht zu Nahe getreten werden sollte.
Aber ganz ehrlich: was will man da auch sagen. Tröstende Worte oder in irgendeiner anderen Form gesprochene, positive Gedanken sind dazu sehr schwierig. Insbesondere da diese Krankheit mit alten bzw. zumindest «älteren» Personen in Zusammenhang gebracht wird. Klar bin ich mit meinen fünfundfünfzig auch schon etwas älter, aber im klassischen Sinne dann eben halt doch nicht. Zudem stehe ich nach wie vor im Berufsleben und sollte dort auch noch ein paar Jahre bestehen bleiben. So lange wie möglich, soll dies auch noch so weitergehen und irgendwie hoffe ich dafür auch auf Unterstützung, um nicht schon ausgemustert zu werden. Meine wesentlich jüngeren Arbeitskollegen unterstützen mich aktuell tatkräftig, dass ist keine Frage und dafür bin ich Ihnen auch sehr dankbar! Aber für immer und ewig kann es ja trotzdem nicht so weitergehen: Auf der anderen Seite scheint es aber auch sehr schwierig von irgendeiner Amtsstelle oder Versicherung unterstützende Massnahmen zur Seite gestellt zu bekommen, Ich habe ja keine offensichtliche körperliche Einschränkung, sondern eine geistige, welche meinen Zustand mit der Zeit immer wie mehr degenerativ verschlechtern wird. Insbesondere beim Kurzzeitgedächtnis lässt sich dies leider schon sehr oft feststellen. Manchmal realisiere ich dies sehr wohl noch selbst und das beängstigt mich auch sehr!
Um Unsicherheiten mit weiteren Betroffenen besprechen zu können, habe ich mich der Impuls-Gruppe von Alzheimer Schweiz angeschlossen, welche sich zu einem regelmässigen Austausch unter Jungerkrankten trifft.



