Die Expertengruppe der Lancet-Kommission zur Prävention, Intervention und Pflege von Demenz hat im Juli 2024 zwei weitere veränderbare Risikofaktoren für eine Demenz vorgestellt:

 

Unbehandelter Sehverlust

Wer im Alter schlechter sieht, hat ein höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Ähnlich wie Schwerhörigkeit kann abnehmendes Sehvermögen unter anderem dazu führen, dass sich Menschen zurückziehen und weniger sozial aktiv sind – ein bekannter Risikofaktor. Die Gruppe empfiehlt daher, Sehschwächen zu behandeln.

 

Hoher Cholesterinspiegel

Ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel fördert die Bildung von schädlichen Eiweissablagerungen, der sogenannten Amyloid-Plaques, die bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn auftreten. Liegt der Cholesterinspiegel im Normalbereich, zum Beispiel durch die Einnahme cholesterinsenkender Medikamente, sinkt das Risiko deutlich. Allerdings sollte dies bereits im mittleren Lebensalter erfolgen.

 

Prävention lohnt sich

Verändert oder behandelt man diese zwei neuen Risikofaktoren sowie die bisher 12 bekannten Faktoren (tiefes Bildungsniveau, Hörverlust, Depression, traumatische Hirnverletzungen, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, Adipositas, exzessiver Alkoholkonsum, soziale Isolation und Luftverschmutzung) liessen sich rund 45 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindern oder verzögern. Aufgrund der steigenden Anzahl Menschen mit Demenz und dem Fehlen eines Heilmittels kommt der Prävention von Alzheimer und anderen Demenzformen eine zentrale Rolle zu. Auch bei einer bestehenden Demenzerkrankung lässt sich mit einem gesunden Lebensstil Symptome abschwächen und die Lebensqualität erhalten.

 

Demenzprävention: Es ist nie zu spät und nie zu früh!

Die neuen Erkenntnisse bestärken die Bemühungen von Alzheimer Schweiz erneut: Ein gesunder Lebensstil und frühzeitig behandelte Gesundheitsprobleme können einen wichtigen Beitrag leisten, um das Risikos an einer Demenz zu erkranken zu senken. Je früher die Empfehlungen berücksichtigt und im individuellen Alltag Eingang finden, desto besser. Aber es ist dennoch nie zu spät dafür, denn auch im höheren Erwachsenenalter kann man noch viel für seine Hirngesundheit tun.
 

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