Drei Entscheide, Abnahme des Jahresberichts und der -rechnung sowie ein Blick in die Zusammenarbeit von Alzheimer Genève mit der Polizei Genève und eine immersive Erfahrung im Besucherzentrum der UNO standen auf dem Programm.
Demenz betrifft die ganze Gesellschaft
Zum Auftakt begrüssten Vertreterinnen und Vertreter von Alzheimer Genève die Delegierten am Genfersee. Regierungsrat Thierry Apothéloz würdigte in seinem Grusswort die Arbeit insbesondere von Alzheimer Genf und Schweiz und aller weiteren Sektionen. Demenz sei nicht nur eine gesundheitliche Herausforderung, sondern berühre grundlegende Fragen von Menschlichkeit, Erinnerung und gesellschaftlicher Teilhabe. Besonders hob er die Bedeutung pflegender Angehöriger hervor, die oft im Hintergrund einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Menschen mit Demenz dürften nie auf ihre Erkrankung reduziert werden, sondern müssten ihren Platz in der Gesellschaft behalten können.
Jahresbericht und Jahresrechnung genehmigt
Die Delegierten genehmigten einstimmig den Jahresbericht sowie die Jahresrechnung 2025. Der Jahresbericht erscheint erstmals vollständig in digitaler Form und zeigt die vielfältigen Aktivitäten der nationalen Geschäftsstelle und der kantonalen Sektionen zugunsten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.
Gut vorbereitet für die Zukunft
Ein Schwerpunkt der Versammlung war die Weiterentwicklung von Alzheimer Schweiz als föderale Organisation. Mit der Information über die modernisierte Zusammenarbeitsvereinbarung wurde ein wichtiger Schritt erreicht. Die kantonalen Sektionen und die nationale Geschäftsstelle definierten gemeinsam ein schweizweites Grundangebot sowie Mindeststandards, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Ergänzt wird dies durch vereinfachte Finanzflüsse sowie klar geregelte Schnittstellen in den Bereichen Mitgliederverwaltung und Fundraising. Im Rahmen dieser Weiterentwicklung anerkannten die Delegierten zudem Alzheimer Schwyz als neue Sektion. Damit wird die Organisation künftig in 22 Sektionen tätig sein.
Neue Kräfte im Zentralvorstand
Die Delegierten wählten Romaine Jean und Ulrich Jutzi neu in den Zentralvorstand. Gleichzeitig bestätigten sie die bisherigen Mitglieder Kristine Ewert, Hans Gut und Vizepräsident Jürg Schlup in ihren Ämtern.
Verabschiedet und für ihr langjähriges Engagement verdankt wurden zudem in Abwesenheit die ehemalige Direktorin Dr. Stefanie Becker sowie Zentralvorstandsmitglied Reto Heiz.
Zusammenarbeit mit der Polizei als Erfolgsmodell
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Präsentation von Alzheimer Genève zur Zusammenarbeit mit der Genfer Polizei. Das Projekt sensibilisiert Polizeikräfte für den Umgang mit Menschen mit Demenz und vermittelt konkrete Handlungsmöglichkeiten für Alltagssituationen.
Die Resonanz fiel so positiv aus, dass die Schulungen inzwischen Bestandteil der Polizeiausbildung geworden sind. Das Beispiel zeigte deutlich, wie durch Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren konkrete Verbesserungen für Menschen mit Demenz in vielen Alltagssituationen erreicht werden können.
Gemeinsam für Menschen mit Demenz
Die Delegiertenversammlung machte deutlich, dass die Herausforderungen rund um Demenz weiter wachsen. Gleichzeitig zeigte sie, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Sektionen, Fachpersonen, Behörden und Partnerorganisationen ist. Gemeinsam setzt sich Alzheimer Schweiz mit allen kantonalen Sektionen dafür ein, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen auch künftig auf Unterstützung, Verständnis und Teilhabe zählen können.
Die nächste Delegiertenversammlung wird 2027 im Kanton Wallis stattfinden.

