Am 25. Februar 2025 behandelt die Sozial- und Gesundheitskommission des Ständerats (SGK-S) die Parlamentarische Initiative Jost "Palliative Care. Finanzierung klären" (24.454). Die Initiative fordert endlich eine angemessene Finanzierung der Palliative Care. Bereits vor dreieinhalb Jahren hatte das Parlament den Bundesrat mit der Motion 20.4264 beauftragt, eine landesweite Finanzierungsgrundlage für eine ganzheitliche, bedarfsgerechte Behandlung und Betreuung aller Menschen am Lebensende zu schaffen. Ein griffiger Lösungsvorschlag liegt aber weiterhin nicht vor.
Angesichts der Dringlichkeit will die SGK des Nationalrats das Heft nun selber in die Hand nehmen und hat ihrer ständerätlichen Schwesterkommission das Geschäft überwiesen. Als Teil der Allianz für eine angemessene Finanzierung der Palliative Care unterstützt Alzheimer Schweiz die Parlamentarische Initiative Jost. Die Palliative Care ist im KVG zu verankern, entsprechende Leistungen sind von der Obligatorischen Krankenversicherung grundsätzlich zu anerkennen.
Finanzierungslücken und Fehlanreize in der Palliative Care seit Langem bekannt
Die Finanzierungslücken in der Palliative Care sind seit Langem bekannt. Gesundheitsbefragungen zeigen, dass die meisten Menschen zuhause sterben wollen. Eine breit zugängliche Palliative Care hat in der Bevölkerung einen grossen Rückhalt. Trotzdem fehlt eine einheitliche Vergütungsregelung für eine Versorgung am Lebensende, die neben medizinischen auch psychosoziale und spirituelle Aspekte umfasst. Die schematische Trennung zwischen Pflege und Betreuung im geltenden Kranken- und Sozialversicherungsrecht führt zu Fehlanreizen. Sie begünstigt teure intensivmedizinische Eingriffe am Lebensende ohne palliativen Nutzen, während Betreuungs- und Begleitmassnahmen, die die Lebensqualität verbessern, unter Umständen von den Betroffenen selbst bezahlt werden müssen.
Mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung in der letzten Lebensphase
Die Initiative Jost verlangt eine angemessene Vergütung der allgemeinen Palliative Care über die ganze Versorgungskette hinweg. Auch für spezialisierte Palliativdienste wie Hospize, mobile Palliativdienste oder Palliativ-Ambulatorien fordert die Initiative eine angemessene Abgeltung. Alzheimer Schweiz unterstützt dieses wichtige Anliegen. Eine zeitgemässe Palliativversorgung
- stellt eine ganzheitliche, bedarfsgerechte Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden sicher
- verbessert die Lebensqualität in der letzten Lebensphase, respektiert die Selbstbestimmung der Betroffenen und entlastet die Angehörigen bei der palliativen Betreuung oder Pflege
verhindert teure, oftmals unnötige medizinische Eingriffe am Lebensende, entlastet die Akutmedizin und spart dadurch Gesundheitskosten.
Erfahren Sie mehr zur Palliative Care und zur Arbeit von Alzheimer Schweiz
- «Für eine angemessene Finanzierung der Palliative Care. Forderungen zur Umsetzung der Motion 20.4264», Positionspapier vom 3. November 2023 (nur auf Deutsch) => Link
- «Betreuung und Palliative Care bei Demenz», Informationsblatt für betreuende Angehörige und in der Pflege tätige Personen => Link
Letztes Update: 18.2.2025

