Ich habe mich immer als gut organisierte Frau erlebt – und manchmal frage ich mich heute: Gilt das noch? Der Gedanke, den Überblick zu verlieren, macht mir Angst. Noch funktioniert vieles gut – doch ich weiss, dass das nicht selbstverständlich ist. Wie werde ich erkennen, dass ich Hilfe brauche? Und werde ich den Mut haben, danach zu fragen?
Ein Gedanke, der mich beschäftigt, ist: Welche pflegerische Hilfe möchte ich einmal zulassen – und von wem? Noch ist das kein akutes Thema. Aber ich möchte schon jetzt Weichen stellen, um später selbstbestimmt handeln zu können. Ich schätze die liebevolle Unterstützung meiner Familie – aber ich möchte, dass sie Familie bleibt. Für die Pflege sollen Fachpersonen da sein, damit unsere Beziehung auf Liebe und Vertrauen gründen kann, nicht auf Pflichtgefühl. Das hat nichts mit Ablehnung zu tun – es ist eine Form von Fürsorge. Hilfe sollte nicht aufgezwungen werden. Gerade wenn Menschen sich nicht mehr klar äussern können, wird es zu einem Balanceakt – für sie und ihre Angehörigen. Deshalb ist es mir wichtig, frühzeitig selbst zu bestimmen, welche Unterstützung ich möchte und welche nicht. Deshalb möchte ich vorsorglich eine Pflegeanweisung erstellen – als Teil meiner Selbstbestimmung.
Hier schreibt: Silvia
Silvia ist 74 Jahre alt und blickt auf ein erfolgreiches Berufsleben zurück. Bis zur Diagnose drehte sich ihr Leben um den Austausch mit Menschen- die Kommunikation war ihr berufliches Tätigkeitsfeld. Mit der Diagnose hat sich einiges verändert. Darüber zu sprechen, was sie bewegt, ist ihr wichtig – denn noch findet sie die Worte.
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