Par un matin brumeux, le groupe d’Alzheimer des deux Bâles descend du bus à la ferme du Bäumlihof, rattachée à l’association Compas, à Riehen. Dans la salle de séjour, les participant-e-s complètent un formulaire sur leurs émotions. « Comment je me sens en ce moment ? » L’accompagnatrice explique qu’aujourd’hui, le groupe va créer un album souvenir. Chaque animal sera photographié, puis les photos seront collées et annotées. On répète les noms et les notions concernant les animaux, afin de mieux les ancrer dans la mémoire.

Eine Aufgabe als roter Faden 
Die Betreuerinnen erklären die heutige Tagesaufgabe: ein Erinnerungsalbum gestalten. Jedes Tier, das die Gruppe an diesem Vormittag trifft, wird fotografiert, die Bilder später eingeklebt und mit den Namen ergänzt. Schon am Anfang werden die Tiere aufgezählt, ihre Namen geraten und wiederholt. So entsteht ein roter Faden – vom ersten Kontakt bis zum Abschluss am Znüni. 
 

Fragen, Wiederholungen, Verknüpfungen 
Der ganze Vormittag ist von Fragen durchzogen: Welche Tiere treffen wir heute? Was machen wir mit Nanda auf dem Sandplatz? Wie heissen die grossen Tiere mit den vier Beinen? Wer weiss den Weg zur Weide noch? Namen und Begriffe werden im Gespräch, beim Putzen der Pferde, beim Spielen mit den Kaninchen und später beim Basteln immer wieder aufgegriffen und im unterschiedlichen Kontext verankert. 
 

Bewegung, Nähe, Erinnerungen 
Den Anfang macht Nanda, der Hund von Simon. Zwölf Jahre alt, früher Therapiehund, heute treuer Teil der Gruppe. Sie springt über den Sandplatz, holt Stöckchen – alle in der Gruppe lachen, wärmen sich durch die Bewegung auf und kommen ganz in diesem langersehnten Morgen auf dem Sandplatz des Bäumlihofes wieder an.  

«Wir gehen jetzt zu den grossen Tieren mit den vier Beinen. Wer sind die? Genau: Pferde!» Zwei der gutmütigen Therapiepferde stehen auf dem Hof zum Putzen bereit. Fürs Gruppenfoto zum Abschluss der Saison auf dem Bäumlihof müssen sie noch hübsch gemacht werden. Samuel, ehemaliger Sattlermeister ist am Rollator unterwegs und darf nebenan Platz nehmen. Er bekommt einen schweren Westernsattel auf einen Stuhl vor sich gelegt. Mit geübten Handgriffen schäumt er die Sattelseife auf und arbeitet konzentriert am Sattel – die Routine von früher sitzt noch immer. Johanna, die lange Angst vor Pferden hatte, streichelt heute mutig Dewey und verteilt Küsschen auf seinem Nasenrücken. «Es war gut wie immer», sagt sie am Ende – und in ihr Album schreibt sie: «Hoffentlich bald wieder.» 

Auch bei den Kaninchen geht es im Anschluss um Nähe und Erinnerung. Dank gesammeltem Löwenzahn kommen die Tiere rasch in die Nähe. Johanna lockt ein weisses Kaninchen über eine kleine Brücke und freut sich über das gelungene Kunststück. Auch Simon ist gelöst und entspannt «Das geniesse ich sehr», sagt er. Eines der Kaninchen ist noch etwas scheu und hoppelt davon. Erika kommentiert vergnügt: «Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten!» Die Zeit rast – die Hühner werden somit nur kurz gegrüsst und fotografiert für das Album. 
 

Spürbares Vorher & Nachher  
Zurück beim Znüni: Kaffee, Linzertorte, Magenbrot. Alle schneiden Fotos aus, kleben und beschriften sie: Pippilotta, Hertha, Toni. Wieder helfen Fragen und Wiederholungen beim Erinnern. Der Gefühlsbogen wird erneut ausgefüllt – und der Unterschied ist deutlich: mehr Ruhe, mehr Freude, weniger Beschwerden. Simon lacht über seinen Rücken: «Der Hexenschuss ist vergessen.» Erika, die öfters auch mal in sich gekehrt ist, wirkt viel gelöster. 
 

Warum Tiere? Warum draussen?  
Kursleiterin Silvana Künzler erklärt: «Wir sind bei jedem Wetter draussen. In Verbindung mit der Natur und durch die Begegnung mit Tieren stärken und erhalten wir unser Gedächtnis. Wir sammeln Herzensmomente und fördern Bindungs- und Wahrnehmungskompetenz.» Der Unterschied zum klassischen Gedächtnistraining sei durchaus gross: «Hier wird nichts künstlich hergestellt. Die Interaktion mit den Tieren regt alle Sinne an – Tasten, Riechen, Hören, Sehen, dazu Bewegen im Freien. Das Herz geht auf, die Menschen sind entspannter und zugänglicher.» Auch die Angehörigen merken den Unterschied: Johannas Tochter erzählt, wie viel ihre Mutter zu Hause davon berichtet. Simons Frau sagt, er sei nach den Stunden wie ein anderer Mensch. 
 

Mehr als Rätsel 
Dieses tiergestützte Gedächtnistraining zeigt: Gedächtnis wird nicht nur mit Kreuzworträtseln trainiert, sondern auch durch Bewegung, Berührung, Emotion, Gemeinschaft – und durch die lebendige Interaktion mit Tieren in der Natur.