Der 21. September ist Welt-Alzheimertag. Aus diesem Anlass verleiht Alzheimer Thurgau jedes Jahr den Fokuspreis als Anerkennung für Personen oder Organisationen, die sich in besonderer Art und Weise für die Anliegen von Betroffenen und ihren Angehörigen/Bezugspersonen sowie für die Bekanntmachung des Themas engagieren.

Die Preisträgerinnen und -träger vom Verein mosa!k mit Alzheimer Thurgau Präsident Bruno Lüscher und Geschäftsleiterin Irene Heggli
Fokuspreis 2025
Alzheimer Thurgau verleiht den Fokuspreis 2025 der Gesprächsgruppe Young dementia carers des mosa!k St. Gallen.
In dieser Gruppe vernetzen sich jugendliche Kinder und junge Erwachsene, bei welchen ein Elternteil jung an Demenz erkrankt ist. Ihre Situation ist besonders herausfordernd, denn sie sind einem Alter mit den Auswirkungen der Demenzerkrankung konfrontiert, in welchem sie sich selbst in einer intensiven Entwicklungsphase befinden. Schule, Ausbildung oder Studium erforden ihre Aufmerksamkeit - gleichzeitig müssen sie Betreuungsaufgaben zu Hause übernehmen und sich mit den krankheitsbedingten Veränderungen der Mama oder des Papas auseinandersetzen. Die Gruppe ist vernetzt in einem WhatsApp-Chat und trifft sich regelmässig zu einem gemeinsamen Nachtessen oder einem Brunch. Der Austausch mit Gleichbetroffenen ist stärkend, man unterstützt sich gegenseitig und kann von- und miteinander lernen. Erfahrene Fachpersonen von mosa!k begleiten diese Gruppe. Die Gruppe ist offen für young dementia carers aus allen Kantonen. Zurzeit (Juli 2025) besuchen junge Menschen aus den Kantonen SG, TG, SH, LU und AG diese Gruppe.
Der Preis wurde am Sonntag, 14. September 2025 im Rahmen des Jubiläumsanlasses 30 Jahre Alzheimer Thurgau im grossen Saal des Gasthauses zum Trauben in Weinfelden verliehen. Nach der Preisverleihung durch Marlene Schadegg, Vorstandsmitglied von Alzheimer Thurgau, und der Würdigung der 30 Jahre durch den Präsidenten, Bruno Lüscher, zeigte das Theater am Tisch die szenische Lesung «Der alte König in seinem Exil». Anschliessend wurden die 55 anwesenden Personen mit einem Apéro verwöhnt.

Fokuspreis 2024
Den Fokuspreis 2024 überreichten wir Herrn und Frau Spiller. Das Ehepaar Spiller wurde für seinen Mut und sein Engagement ausgezeichnet, die demenzielle Erkrankung des Ehemanns öffentlich gemacht zu haben. Sie hatten sich für ein Interview zur Verfügung gestellt, das gefilmt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Film «Leben mit angezogener Handbremse» des Alterszentrums Sunnwies Tobel (2023) zeigt die Auswirkungen der Krankheit auf die Paarbeziehung und auf Menschen, die noch im Berufsleben stehen. Es wird zudem thematisiert, dass Vergesslichkeit nicht immer das Hauptsymptom einer Demenzerkrankung ist. Das Ehepaar hat einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung von Demenzerkrankungen geleistet.
Die Preisverleihung fand am Dienstag, 24. September 2024, um 19 Uhr im Tscharnerhaus in Stettfurt statt. Die Feier wurde durch die Gemeinden Stettfurt, Matzingen und Thundorf –
die MiniRegio Sonnenberg – organisiert und durch ein Referat mit dem Titel «Mittendrin, trotz Demenz» ergänzt. Markus Bürgi, der Gemeindepräsident von Stettfurt, begrüsste die 48 Gäste
mit einem Zitat des Philosophen Seneca: «Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer», das im Abspann des Films «Leben mit angezogener
Handbremse» zu lesen ist. Das «es» bedeute für ihn, dass wir uns als Gesellschaft über Demenzerkrankungen unterhalten und uns bewusst werden, dass Menschen mit Demenz mit uns
zusammenleben und dass die Krankheit nicht versteckt werden muss. Bruno Lüscher, der Präsident von Alzheimer Thurgau, dankte Roland Keller, dem Leiter des Alterszentrums Sunnewies
Tobel, für seine Initiative, die den Anstoss zum Filmprojekt gab, sowie Heidi Schänzle-Geiger, ehemalige Vizepräsidentin und Mitarbeiterin von Alzheimer Thurgau, für ihr einfühlsames Interview und die Unterstützung der Familie. Claudia Brüllhardt, Alzheimer Thurgau, hielt das Referat zu Demenz.

Urban Kaiser & Bruno Lüscher (v.l.n.r.)
Foto: Andreas Taverner
Fokuspreis 2023
Die Stadt Frauenfeld lancierte im Jahr 2016 das Projekt «BOVIDEM - Gute Lebensqualität mit Demenz» und entwickelte sich damit zu einer der ersten demenzfreundlichen Städte/Gemeinden im Kanton Thurgau. Ihre Erfahrungen flossen im Jahr 2021 in das Konzept «Demenzfreundliche Gemeinde Thurgau» ein, das vom Kanton finanziert und von einer überregionalen Projektgruppe auf der Basis einer Masterarbeit erarbeitet wurde. Das Konzept unterstützt weitere interessierte Thurgauer Gemeinden dabei, demenzfreundlicher zu werden.
Frauenfeld, und im besonderen Urban Kaiser, Leiter Amt für Alter und Gesundheit, kümmert sich seit mehr als sieben Jahren kontinuierlich um verschiedenste Herausforderungen zu Demenz. Aus dem ursprünglichen Projekt entstand in der Stadt ein anhaltendes Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Bezugspersonen. Dabei bildet das daraus gegründete Netzwerk 'BOVIDEM' mit Vertretungen aus Organisationen und Institutionen einen zentralen Bestandteil.
Die Preisverleihung fand am Sonntag, 1. Oktober 2023 im Rahmen des ITAM – Internationaler Tag der älteren Menschen – um 10 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Frauenfeld statt. Der Präsident von Alzheimer Thurgau, Bruno Lüscher, überreichte den Fokuspreis Urban Kaiser, Leiter Amt für Alter und Gesundheit der Stadt Frauenfeld. Herzlichen Glückwunsch! Im Anschluss an die Feierlichkeit lud die Stadt zum Referat «Potenziale des Alter(n)s» von Professor Franz Kolland, Wien, ein.

Fokuspreis 2022
Die Preisträger 2022 sind die drei Pilotgemeinden «Demenzfreundliche Gemeinde Thurgau» Amriswil, Gachnang und Tobel-Tägerschen.
«Demenzfreundliche Gemeinde Thurgau» ist ein Teilprojekt von Brennpunkte Gesundheit Thurgau, das aus einer Masterarbeit entstand. Ziel ist, die Haltung der Thurgauer Bevölkerung gegenüber Demenz durch Information, Schulung, Aufklärung und Ausbildung zu verändern. Die Gemeinden spielen dabei eine Schlüsselrolle. «Demenzfreundliche Gemeinde Thurgau» ist ein Label für das Bestreben der Gemeinde, demenzfreundlicher zu werden.
Die Preisverleihung fand am Mittwoch, 21. September 2022, um 19.15 Uhr im Alters- und Pflegezentrum Amriswil statt. Die Vizepräsidentin von Alzheimer Thurgau, Marlene Schadegg, überreichte den Fokuspreis dem Seniorenrat Tobel-Tägerschen, der Alterskommission Gachnang und der Alterskommission Amriswil und Umgebung. Herzlichen Glückwunsch! Im Anschluss an die Feierlichkeit zeigte die Alterskommission der Stadt Amriswil und Umgebung im Rahmen eines Themenabends «Demenz» den Film «Tiger und Büffel» in Anwesenheit des Regisseurs Fabio Biasio.

Fabio Biasio, der Fokuspreisträger 2021
Fokuspreis 2021
Der Fokuspreis ging an Fabian Biasio für den Film «Tiger und Büffel». Alzheimer Thurgau gratuliert Fabian Biasio herzlich zu diesem ehrlichen und Mut machenden Film!
Viele Jahre hat der Luzerner Filmemacher seinen Karatemeister Bruno Koller mit der Kamera begleitet und die Entwicklung seiner Demenzerkrankung unmittelbar erlebt und dokumentiert..
Mehr Informationen zu diesem Dokumentarfilm: Tiger und Büffel, ein Film von Fabian Biasio

Fokuspreis 2020
Preisträgerinnen 2020 sind Luzia Hafner und Edith Kaufmann, die Projektleiterinnen des Hof Rickenbach.
Alzheimer Thurgau solidarisiert sich sehr gerne über die Kantonsgrenze hinweg und gratuliert den Preisträgerinnen für ihr riesiges «Herzblut»!
Historie
| Jahr | Preisträger |
| Fokuspreis 2019 | Marcello Hagmayer aus Neuwilen, regionaler Einsatzleiter beim SRK Thurgau und Rotkreuzfahrer |
| Fokuspreis 2018 | Angehörigengruppe Sulgen Angehörigengruppe Romanshorn |
| Fokuspreis 2017 | Gemeinde Eschenz Gemeinde Wagenhausen Gemeinde Gachnang Gemeinde Egnach je für die “besonders engagierte Aufklärungsarbeit im Zusammenhang mit dem Thema Demenz”. |

