Im Verlauf der Demenzerkrankung wird die erkrankte Person immer mehr Schwierigkeiten haben, für sich selbst sorgen zu können. So werden Alltagshandlungen wie Duschen oder Haarewaschen zum Problem werden oder sie kann sich nicht mehr dem Wetter entsprechend anziehen. Deshalb ist sie vermehrt auf die Hilfe von Angehörigen oder Mitarbeitende der Spitex angewiesen.
Taktvoller Umgang und viel Geduld sind angesagt
Der Einstieg ist wichtig: Fragen Sie die erkrankte Person zuerst, ob Sie helfen dürfen. Achten Sie auf ihre Intimsphäre.
Ermutigen Sie die erkrankte Person, möglichst viel selbst zu erledigen, auch wenn es dadurch länger dauert. Leiten Sie sie an, indem Sie schrittweise eine Anweisungen nach der anderen geben. Achten Sie darauf, dass die erkrankte Person die Zähne putzt. Werfen Sie einen Blick auf ihre Haut (sind Wunden, Rötung, etc sichtbar?).
Respektieren Sie ihre Vorlieben und Gewohnheiten, lassen Sie ihr die Wahl, zum Beispiel zwischen zwei Kleidungsstücken.
Lassen Sie ihr genügend Zeit, drängeln Sie nicht.
Wenn die Körperpflege nicht gut ankommt:
Es kann verschiedene Ursachen haben, wenn sich jemand gegen die Körperpflege wehrt. Die erkrankte Person kann z. B. glauben und behaupten, sie hätte sich schon gewaschen. Es mag auch sein, dass sie einfach nicht versteht, was von ihr erwartet wird, wenn sie sich gegen die Körperpflege wehrt. Wichtig ist, wie Sie darauf reagieren:
Vermeiden Sie mit ihr zu schimpfen oder zu argumentieren.
Sollte die Person schon angezogen sein, schlagen Sie ihre eine beruhigende Gesichtspflege vor.
Die Körperpflege kann auch später gemacht werden, z. B. nach dem Mittagsschlaf.
Sorgen Sie für die Reinigung der wichtigsten Zonen, wie dem Gesicht sowie der Intimzone. Verteilen Sie die Reinigung der anderen Körperteile über den Verlauf der Woche.
Richten Sie das Badezimmer so ein, dass die erkrankte Person sich zurechtfindet und nicht stürzt.
Führen Sie sie Schritt für Schritt durch die Reinigung und zeigen Sie ihr gleichzeitig, wie sie selbst vorgehen kann.
Danken Sie ihm oder ihr für ihre Bemühungen.
Manchmal wird die Unterstützung durch beruflich Pflegende besser akzeptiert als die Hilfe von Angehörigen (Lebenspartner, Kind, …). Als pflegende Angehörige können Sie sich auch mit der Intimität und Nacktheit unwohl fühlen. Dies führt manchmal zu Streit oder Konflikten. Machen Sie deshalb Gebrauch von Angeboten wie der Spitex.
An- und Auskleiden
Das An- und Ankleiden kann herausfordernd sein für Menschen mit Demenz. Nicht immer wählen sie Kleider, die der Jahreszeit angemessen sind und manchmal stimmt die Reihenfolge der Kleidungsstücke nicht. Auch hier gilt: Die Person soll unabhängig handeln dürfen. Sie können, z. B. ihre Kleidungstücke in der richtigen Reihenfolge vorbereiten. Wichtig sind bequeme Kleider, die sich leicht an- und ausziehen lassen, sowie sichere Schuhe, um Stürze zu vermeiden.



