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16. Mai

 

NDS Nationale Demenzstrategie des Bundes und der Kantone 2014-2019

Nach dem Papier kommt die Praxis

 

Die Nationale Demenzstrategie des Bundes und der Kantone (NDS) läuft dieses Jahr aus. Die Evaluation zeigt, dass zwar wichtige Grundlagen erarbeitet sind, jedoch die Versorgungssituation und Lebensqualität der rund 600 000 Betroffenen – Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – sich bisher nicht merklich verbessert haben. Alzheimer Schweiz fordert deshalb, mit konkreten Massnahmen vorwärts zu machen und endlich vom Papier zur Praxis überzugehen.

Alzheimer Schweiz erachtet es als zwingend, nach Abschluss der NDS Massnahmen umzusetzen, die den Alltag der Betroffenen deutlich verbessern. Ansonsten werden die bisherigen Investitionen aller Akteur_innen ohne nachhaltige Wirkung verpuffen. Hierfür braucht es eine Struktur, die bisherige Ergebnisse in die Praxis umsetzt sowie künftigen Herausforderungen im Demenzbereich effizient und effektiv begegnen kann. Die Beteiligung der Kantone sowie aller bisherigen Akteur_innen ist dabei unerlässlich.

Auch gute Projekte greifen mit knappen Ressourcen ungenügend

Die 18 Projekte der NDS haben zum Ziel, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Der von Bundesamt für Gesundheit und der Schweizerischen Konferenz der Gesundheitsdirektoren gewählte Multiplikatorenansatz für die Umsetzung der NDS gewährte den verschiedenen Akteur_innen eine hohe Verantwortung bei den Projektarbeiten.  So blieb es den beteiligten Organisationen überlassen, die ihnen möglichen personellen und finanziellen Ressourcen einzusetzen, um die Projekte zu realisieren. Dies verzögerte nicht nur den Start der Projektarbeiten, sondern auch deren Fortschritt. Daher werden zwar bis Abschluss der NDS verschiedene wichtige Projektberichte und Richtlinien vorliegen, deren Erkenntnisse und Empfehlungen sind jedoch noch nicht in die Praxis umgesetzt und angewendet.

Angebotsdschungel für die Betroffenen ist kontraproduktiv

Die NDS hat zu einer höheren öffentlichen Aufmerksamkeit rund um Demenz geführt, was grundsätzlich positiv ist. Auch ist es erfreulich, dass etwa die Hälfte aller Kantone eine kantonale Demenzstrategie erarbeitet hat und zahlreiche ihre demenzspezifischen Angebote ausgebaut haben.

Gleichzeitig ist ein neuer «Demenzmarkt» mit vielfältigen neuen Angeboten sehr unterschiedlicher Qualität entstanden. Weil jedoch die koordinierende, individualisierte Hilfe bislang fehlt, können sich Betroffene schlecht orientieren und finden die wesentliche Information und Unterstützung für ihre Lebenssituation nicht rasch genug. Wichtige Chancen für eine frühzeitige Unterstützung werden so verpasst, und Betroffene leiden länger als notwendig.

Spürbare Unterstützung tut not

Für die rund 150 000 Menschen mit Demenz und die 450 000 mitbetroffenen Angehörigen in der Schweiz fehlen angemessene und ausreichende Betreuungs- und Entlastungsmöglichkeiten. Ebenso ist die Finanzierung notwendiger Leistungen, vor allem der Betreuung, nicht gegeben. So werden Anzeichen noch immer zu spät abgeklärt, Unterstützung und Hilfe erfolgen unkoordiniert und Erkrankte sind alleingelassen. Deswegen gelangen Angehörige oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit oder erkranken selbst. Es ist Zeit, dass sich ihre Lebensqualität merklich verbessert.

Als einzige nationale Akteurin, die zu allen Zielen und Handlungsfeldern der NDS arbeitet, bietet Alzheimer Schweiz wie keine andere Gewähr für die langfristige Koordination, Verankerung und Weiterentwicklung des bisher Erreichten.