In Ihrer Region

Regionen

Letzte Medieninformation

 

17. September

 

Am 21. September ist Weltalzheimertag

Demenzmanifest: Jetzt reden die Betroffenen Klartext!

 

Zahlreiche Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen haben im Rahmen der Online-Aktion demenzstrategie.ch ihre Forderungen gestellt, am Demenz Meet Zürich von Mitte August live diskutiert und das «Demenzmanifest der Betroffenen» erarbeitet. Alzheimer Schweiz unterstützt diese Forderungen an vorderster Front: Ein System, das die krankheitsbedingte Betreuung und Beratung bezahlt, sowie qualifizierte, vernetzte Kompetenzzentren sind dringend notwendig. Nicht zuletzt brauchen Demenzbetroffene statt bürokratischer Hürden ein sensibilisiertes Umfeld, das sie stärkt und unterstützt.

Laut neuesten Hochrechnungen von Alzheimer Schweiz leben aktuell rund 155 000 Menschen mit Demenz in der Schweiz. Doch auch nach fünf Jahren Nationaler Demenzstrategie sind sie damit konfrontiert, dass ihre Krankheit mehrheitlich noch ein Tabuthema ist. Ihre Angehörigen leisten zudem einen grossen Teil der unbezahlten Betreuungs- und Pflegearbeit. Demenzbetroffene benötigen entsprechend Unterstützung und Entlastung – im Alltag sowie finanziell. Sie haben es daher selbst an die Hand genommen und im Rahmen der Online-Aktion demenzstrategie.ch ihre Forderungen an die politischen Akteure formuliert.

Bezahlte Beratung und Selbstverantwortung für höhere Kosteneffizienz

Direkt nach der Demenzdiagnose brauchen Erkrankte und ihre Angehörigen rasch eine auf ihre persönliche Situation zugeschnittene, krankheitsspezifische und endlich bezahlte Beratung. So lassen sich Gesundheitskosten vermeiden, die entstehen, wenn Angehörige versuchen, Betreuung und Unterstützung alleine zu bewältigen. Denn sie riskieren mit dieser komplexen und fordernden 24 Stunden-Aufgabe, selbst zu erkranken.

Es braucht zudem ein Finanzierungssystem, das Betreuung als krankheitsrelevante Leistung anerkennt. Eine direkte Kostengutsprache stärkt die Selbstbestimmung von Demenzbetroffenen, weil letztere am besten wissen, welcher Unterstützung, Betreuung und Pflege sie individuell bedürfen. So gelangen finanzielle Mittel zielgerichtet an den Mann und an die Frau. Unnötige Gesundheitskosten bleiben aus, aufwändige administrative Prozesse auch.

Kompetenzzentren und weniger Bürokratie erleichtern den Zugang

Betroffene verpassen die wichtige frühzeitige Unterstützung, weil der «Demenzmarkt» unübersichtlich ist und eine koordinierende, individualisierte Hilfe bislang fehlt. Dabei würde dies den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und länger ein selbstständiges und -bestimmtes Leben ermöglichen. Für Information und Begleitung aus einer Hand braucht es deshalb zertifizierte, vernetzte Kompetenzzentren, als zwingender Bestandteil der Versorgungskette.

Damit Betroffene rasch passende Unterstützung erhalten, müssen ferner Behörden die Antragsverfahren für Hilfslosenentschädigung, Ergänzungsleistungen oder Invalidenrente vereinfachen. Dies verkürzt die Wartezeiten bis zur finanziellen Hilfe, was auch den Alltag länger stabilisiert. Schliesslich verringern sich damit die volkswirtschaftlichen Gesundheitskosten.

Wissen verbreiten, für heute und morgen

Weil Demenzbetroffene – Erkrankte sowie Angehörige – wissen, um was es geht, sollen sie auch in landesweiten Sensibilisierungskampagnen einbezogen werden. Bis 2040 werden voraussichtlich 300 000 Personen neu erkranken, denn der grösste Risikofaktor ist das Alter. Umso wichtiger ist es, das Thema «Demenz» in Schul- und Ausbildungslehrpläne zu integrieren. Denn Kinder und Jugendliche sind die Angehörigen von morgen. Ebenso Arbeitgebende können mit mehr Wissen zu Demenz wesentlich zu einem guten Leben mit der Erkrankung beitragen, im Wissen, dass fast fünf Prozent vor dem Rentenalter an Demenz erkranken.

Mit dem Manifest reden Demenzbetroffene Klartext über die täglichen Herausforderungen und priorisieren Bereiche, in denen es vorwärts gehen muss. Damit können Rahmenbedingungen, wie sie die Nationalen Demenzstrategie 2014-2019 anstrebt, tatsächlich geschaffen werden, die ein gutes Leben mit Demenz möglich machen.