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3. März Tag der Kranken: «Wissen macht uns stark»

Im Akutspital werden Angehörige zu Spezialistinnen und Spezialisten

Aktuell leben in der Schweiz schätzungsweise 151 000 Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Da die Mehrheit über 75-jährig ist, ist es wahrscheinlich, dass unter den älteren Spitalpatient_inn_en eine grosse Zahl demenzerkrankt ist. Umfrageergebnisse von Alzheimer Schweiz bei Akutspitälern und Angehörigen von Menschen mit Demenz haben unter anderem gezeigt, dass es mehr Demenzwissen in den Spitälern braucht. Dabei lohnt es sich, das Wissen der Angehörigen für eine wirksamere Spitalversorgung verstärkt zu nutzen.

Wird nach einem Unfall oder wegen einer Krankheit der Spitalaufenthalt für einen Menschen mit Demenz notwendig, ist dieser für die Patientin, den Patienten, aber auch für Angehörige und Pflegepersonal oftmals eine Herausforderung. Denn die Abläufe in Spitalabteilungen sind kaum ausreichend auf die speziellen Bedürfnisse von Demenzerkrankten ausgerichtet. Deren Behandlung ist daher komplexer, ihre Genesungschancen sind schlechter als bei anderen Patient_inn_en.

Wie kann die demenzgerechte Versorgung in Akutspitälern sichergestellt werden? Die Ergebnisse der beiden Umfragen von Alzheimer Schweiz bei Spitälern und Angehörigen von Patient_inn_en im Rahmen der nationalen Demenzstrategie zeigen zwei zentrale Handlungsfelder auf: Mehr Demenzwissen in den Spitälern und stärkerer Einbezug der Angehörigen.

Wertvolles Wissen für optimale Behandlung

Die Aufgabe eines Akutspitals ist es, dringliche Gesundheitsprobleme, wie etwa eine Sturzverletzung oder eine Lungenentzündung, zu behandeln und den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Meist findet die Behandlung in einer spezialisierten Abteilung statt. Für das medizinische Personal sind dies Routineabläufe. Dabei gerät die Demenzkrankheit in den Hintergrund. Oder das Personal nimmt eine beginnende Demenz gar nicht wahr. Um die Behandlung und Pflege an die Bedürfnisse einer Person mit Demenz anpassen zu können, braucht das Spitalpersonal – von der Ärztin bis zum Reinigungspersonal – die Mithilfe der betreuenden Angehörigen. Sie kennen die spezifischen Probleme der erkrankten Person sowie Lösungswege aus dem Alltag am besten. Was beruhigt die Patientin, den Patienten? Was tun, wenn er oder sie das Essen verweigert oder in der Nacht herumläuft? Angehörige sind die eigentlichen Spezialistinnen und Spezialisten des Betreuungsalltags. Ihr Wissen ergänzt das medizinische Fachwissen für eine optimale Behandlung und Genesung der Patient_inn_en.

Angehörige auf Augenhöhe

Speziell für Angehörige stellt Alzheimer Schweiz Tipps zur Verfügung, wie sie einen Spitalaufenthalt so hürdenlos wie möglich gestalten können. Mehr noch: Die Informationen ermutigen Angehörige, ihr demenzspezifisches Wissen mit dem Spitalpersonal zu teilen. So zum Beispiel mit einem Patientendatenblatt, das relevante Demenzsymptome festhält und das Pflegefachpersonal umfassend über den demenzerkrankten Patienten informiert.

Angenehm ist ein Spitalaufenthalt nie. Es gilt jedoch ihn so zu gestalten, dass er Menschen mit Demenz nicht traumatisiert oder gar zu einer Verschlechterung der Demenz führt. Das Spitalpersonal ist aufgefordert, Angehörige mit ihrem Spezialwissen ernst zu nehmen und in die Behandlung einzubinden: Miteinander zum Wohl der Erkrankten.