Viele öffentliche Einrichtungen sind aufgrund der Verordnung des Bundes wegen des neuen Coronavirus seit einiger Zeit geschlossen. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, die sie zuhause betreuen, sind davon in besonderer Weise betroffen:

  • Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz gehören meist zu den Risikogruppen und sollen zuhause bleiben. Damit ist der Bewegungs- und Aktivitätsradius sehr einschränkt, was besonders schwierig ist für unruhige sowie weglaufgefährdete Demenzerkrankte.
  • Weil Entlastungsangebote wie auch Tagesstätten geschlossen sind, sind betreuende Angehörige noch stärker gefordert. Da sie häufig selbst zur Risikogruppe gehören, ihre schulpflichtigen Kinder zu Hause betreuen müssen und/oder im Homeoffice arbeiten, sind viele bereits an ihrer Belastungsgrenze und damit gesundheitlich gefährdet.

Die COVID-19 Verordnung 2 weist explizit in Art. 6 Abs. 3 lit. k und m darauf hin, dass «soziale Einrichtungen (z.B. Anlaufstellen)» und «Gesundheitseinrichtungen wie Spitälern, Kliniken und Arztpraxen sowie Praxen und Einrichtungen von Gesundheitsfachpersonen nach Bundesrecht und kantonalem Recht» von den anderweitigen Schliessungsbestimmungen öffentlicher Einrichtungen ausgenommen sind.

Eine Anfrage von Alzheimer Schweiz an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat folgende Antwort ergeben:  

Soziale Einrichtungen (Bst. k) sind auch ausgenommen. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Einrichtungen, die Menschen als Anlaufstelle dienen und Aufgaben des Sozialsystems erfüllen. Das sind beispielsweise Opferberatungsstellen und Schutzunterkünfte, Angebote für behinderte Menschen, Anlaufstellen für Obdachlose oder Menschen mit Suchtproblemen und Invalideneinrichtungen (z. B. Wohnheime, Tagesstätten und Werkstätten).  

Tagesstätten für Menschen mit Demenz fallen ebenfalls unter diese Bestimmung und dürfen ihre Tätigkeit weiterhin ausüben. Wenn für die Betreuung grössere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, ist eine Aufteilung in kleinere Gruppen und die Verlegung in solche Räumlichkeiten sicherlich zu empfehlen.

Alzheimer Schweiz bittet daher alle Gesundheitsdirektionen zu überprüfen, ob Tageseinrichtungen mit Angeboten für Menschen mit Demenz ihre Dienstleistungen zumindest für die besonders schwierigen Situationen wenn immer möglich auch weiter anbieten können. Damit leisten die Einrichtungen einen entscheidenden Beitrag, um betreuende Angehörige zu entlasten. Wir danken den Gesundheitsdirektionen sowie allen Institutionen und Berufspersonen, die sich auch während der Pandemie für das Wohl von demenzerkrankten Frauen und Männern und ihrem Umfeld einsetzen.