Der vielversprechende Wirkstoff Aducanumab des Pharmaunternehmens Biogen war der grosse Hoffnungsträger der Alzheimerforschung. Der Wirkstoff sollte die Ansammlung der schädlichen Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn verhindern und dem Verlust der kognitiven Fähigkeiten entgegenwirken. Biogen hat in der spätklinischen dritten Phase die Weiterentwicklung des Medikaments aufgrund ungenügender Ergebnisse abgebrochen.  Damit sind die Hoffnungen auf eine wirksame Alzheimer-Therapie in naher Zukunft einmal mehr an einem Tiefpunkt angelangt. Die letzten Monate sind geprägt von Misserfolgen in der Alzheimer-Forschung. Erst diesen Januar stellte Roche zwei seiner Studien ein, nachdem im Vorjahr bereits Pfizer ganz aus dem Forschungsbereich der neurodegenerativen Krankheiten ausgestiegen war.

Für die Forscher und Investoren ist dies ein herber Rückschlag. Noch grösser aber ist die Enttäuschung der Betroffenen und Angehörigen. Alzheimer Schweiz schätzt, dass bis im Jahr 2040 rund 300 000 Menschen an Demenz erkrankt sein werden. Ohne Aussichten auf gut wirksame Medikamente und angesichts des steigenden Pflege- und Betreuungsaufwands steht unsere Gesellschaft somit grossen Herausforderungen gegenüber.