Demenz in der Schweiz:
Aktuell sind 151 000 Menschen an Demenz erkrankt

Es wird geschätzt, dass 9 Prozent der über 65-jährigen Menschen und mehr als 41 Prozent der über 90-Jährigen von der Alzheimerkrankheit oder einer anderen Demenzform betroffen sind. Auf Grund der demographischen Entwicklung werden im Jahr 2040 in der Schweiz bereits geschätzte 300 000 Menschen mit Demenz leben, sofern keine klaren Fortschritte bei Prävention oder Heilung gemacht werden (was heute nicht absehbar ist).

Demenz ist bereits heute der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit im Alter, und Demenzerkrankungen sind in der Schweiz die dritthäufigste Todesursache nach Kreislaufsystemleiden und Krebskrankheiten (Bundesamt für Statistik, Zahlen für das Jahr 2015).


Kosten der Demenz in der Schweiz: Rund 9.7 Milliarden Franken

Demenz verursachte im Jahr 2017 schätzungsweise volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von 9.7 Milliarden Franken. Die Pflege und Betreuung durch die Angehörigen machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus. Diese indirekten Kosten belaufen sich auf 4.2 Milliarden Franken pro Jahr.

Die Kosten der Demenz nehmen mit dem Schweregrad der Krankheit zu. Menschen mit einer Demenz im Anfangs- oder Mittelstadium können zu Hause leben und kostengünstiger betreut werden als im Heim. Im späten Stadium ist die Betreuung zu Hause aber teurer als im Heim.


Demenzbarometer Schweiz: Heiter bis bewölkt

Die vom BAG in Auftrag gegebene Studie «Demenzbarometer II» untersucht, was Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 18 – 96 Jahren zum Thema Demenz denken und wissen. Dazu wurden im vergangenen Jahr 862 Personen befragt. Eine solche Befragung wurde im Auftrag von Alzheimer Schweiz bereits im Jahr 2012 schon einmal durchgeführt. Basierend auf der aktuellen Umfrage konnte deshalb nun untersucht werden, ob und wie sich die Einstellung zum Thema Demenz über die Jahre verändert hat.

Die Auswertungen des Zentrums für Gerontologie der Universität Zürich zeigen, dass die Haltung gegenüber Menschen mit Demenz tendenziell positiv geblieben ist und allgemein schweizweit die Befragten angeben, über ein gutes Wissen über Demenz zu verfügen. Dies steht jedoch im Kontrast zu konkreteren Wissensfragen, wie z.B. zu Präventionsmöglichkeiten bei Demenz, die sehr unterschiedlich beantwortet wurden. So meinen beispielsweise knapp 27 % (2012: 25 %), «ein gottgefälliges Leben» sei ein guter Schutz.

Rund 64 % (2012: 62 %) der Befragten gaben ausserdem aktuelle oder frühere Kontakte mit Erkrankten an, meist im familiären Kontext. Diese Personen fühlen sich entsprechend eher besser über das Thema Demenz informiert und haben auch mehr Interesse daran bekundet.

Sehr kritisch zu bewerten ist hingegen, dass der Anteil der Personen, die bei einer Demenzdiagnose nicht mehr leben wollen würde mit 25 % im Zeitvergleich noch einmal um 6 Prozentpunkte angestiegen. Die meisten Personen informieren sich auch heute eher über die Printmedien, das Radio und Fernsehen, und 43 % kennen die Vereinigung Alzheimer Schweiz.

Zusammenfassend zeigen die Auswertungen beider Demenzbarometer, dass die Einstellungen zwar relativ stabil positiv geblieben sind, jedoch bezüglich verschiedener Aspekte nach wie vor grosser Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht. Sie bestätigt die heute noch immer und auch zukünftig grosse Bedeutung der Arbeit unserer Organisation und besonders unseren 21 kantonalen Sektionen, die im Rahmen von vielfältigen Aktivitäten wertvolle Sensibilisierungsarbeit leisten. Demenz bleibt ein wichtiges gesellschaftliches Thema, dem es auch im Jahr sechs der Nationalen Demenzstrategie mit sehr viel Aufmerksamkeit zu begegnen gilt.