Der zunehmende Verlust ihrer früheren Fähigkeiten ist für Menschen mit Demenz schmerzlich. Er kann zu Gereiztheit, Wut, aber auch zu Niedergeschlagenheit und sozialem Rückzug führen. Mit nichtmedikamentösen Therapien kann man dem Risiko der Isolation entgegenwirken und das Selbstwertgefühl stärken. Therapien helfen, den Tag zu strukturieren, wirken stimulierend oder entspannend und kontaktfördernd. Grundsätzlich werden sie vor oder zusammen mit medikamentösen Therapien eingesetzt. Sie haben den Vorteil keine Nebenwirkungen zu haben. Besonders bei Begleitsymptomen und psychischen Symptomen empfehlen Fachleute eine nichtmedikamentöse Behandlung.

Es gibt viele nichtmedikamentöse Therapien und Beschäftigungen, die sich in Inhalt und Form unterscheiden, wobei das Angebot je nach Region anders ist. Im Folgenden wird bloss eine Auswahl solcher Therapien erwähnt:

Gedächtnis- und Alltagstraining

Gedächtnistraining eignet sich vor allem für Kranke mit einer leichten Demenz. Gedächtnistraining wird von speziell ausgebildeten Fachleuten durchgeführt und soll dem Kranken helfen, seinen Alltag länger selbstständig zu bewältigen. Weitere Therapieformen zur Stützung der kognitiven Fähigkeiten und der Selbstständigkeit sind das Realitäts-Orientierungs-Training (ROT), das kognitive Training sowie Ergotherapie zur Unterstützung der alltagspraktischen Fertigkeiten.

Sprache als therapeutisches Mittel

Psychotherapeutische Angebote können in schwierigen Momenten des Krankheitsverlaufs unterstützend wirken, so etwa für Menschen mit beginnender Demenz oder für pflegende Angehörige. Einzel- oder Paargespräche mit einer Fachperson oder Familientherapie können helfen, mit einer ausweglos erscheinenden Situation besser zurechtzukommen. Weitere wichtige Therapieformen sind die Validation und die Logopädie.

Körperorientierte Therapien

Dazu gehören viele bewegungsfördernde Therapien wie Rhythmik, Tanzen, Physiotherapie, Massagen, Snoezelen, u.ä. Sie sind wertvoll, da sie zugleich stresshemmend und mobilitätserhaltend wirken und körperliche wie psychische Symptome lindern können.

Musische und kreative Therapien

Zahlreiche Therapieansätze wie Musiktherapie, Maltherapie, Kochen, Tanz, Theater, Biografiearbeit, Erinnerungspflege usw. versprechen durch kreative Prozesse Entspannung, Ausgleich und Freude und helfen weiter mit, die Mobilität zu erhalten.  

Eine Behandlung muss auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Das Stadium der Erkrankung, die Symptome und die Vorlieben bestimmen die geeigneten Therapien. Das Angebot ist vielseitig und kombinierbar. Einige Therapien werden von Fachleuten in Gruppen oder individuell durchgeführt. Andere können Angehörige und weiteren Betreuende mit einfachen Mitteln selber umsetzen. Ihre Sektion von Alzheimer Schweiz hilft Ihnen, passende Angebote vor Ort zu finden. Wichtig ist, dass Sie offen für Neues sind. Auch wenn eine Person beispielsweise nie gemalt hat, kann eine Kunsttherapie Positives bewirken.

Kostenerstattung durch die Krankenkasse

Ergo-, Physio- und Psychotherapien sowie Logopädie werden vergütet, wenn sie ärztlich angeordnet und begründet werden. In der Dauer der Behandlungen gibt es jedoch Begrenzungen.